Die Insolvenzzahlen steigen, der Druck auf Unternehmen wächst spürbar. Gleichzeitig werden die Zahlungsziele ausgeweitet, um Kunden zu halten. Eine riskante Kombination, die Liquidität kostet und Betriebe schnell selbst in den Sog der Krise ziehen kann. Doch mit dem richtigen Tool lässt sich hier Handlungsspielraum sichern.
Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in seinem Insolvenztrend* zeigt, lag die Zahl der Firmenpleiten im Februar 2026 bei 1.466 Fällen. Das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gegenüber diesem Januar und zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit: Die Werte liegen derzeit rund 58 Prozent höher.
Noch gravierender ist der Blick auf die Beschäftigung: Allein in den größten insolventen Unternehmen waren über 23.000 Arbeitsplätze betroffen. Das ist ein Plus von 38 Prozent zum Vormonat und etwa das Vierfache eines durchschnittlichen Februars von 2016 bis 2019. Frühindikatoren des IWH deuten zudem darauf hin, dass die Zahlen weiter steigen werden. Damit setzt sich der Negativtrend des letzten Jahres fort. Hier hatte Creditreform 23.900 Firmeninsolvenzen gezählt**: der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren.
Unternehmen schonen Kunden mit längeren Zahlungszielen …
Angesichts der Insolvenzsituation, der flauen Konjunktur und entsprechend angespannter Auftragslage verlängern viele Lieferanten die Zahlungsziele. Um Kunden zu halten, wird ihnen mehr Zeit zum Begleichen von Rechnungen eingeräumt. Laut Creditreform betrug das Zahlungsziel im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 32,13 Tage***. So großzügig seien die Zahlungsfristen in Deutschland seit mehr als sieben Jahren nicht gewesen.
In manchen Branchen und Kundenbeziehungen sind sogar Zahlungsziele von sechzig oder neunzig Tagen ein Mittel zur Kundenbindung. In stabilen Zeiten ist dies oft kein Problem, in der aktuellen Lage wird es jedoch schnell zur Belastung.
… während lange Zahlungsziele sie selbst belasten
Je länger Unternehmen auf ihr Geld warten, desto größer wird die Belastung für die eigene Liquidität. In schwierigen Zeiten kann dabei ein gefährlicher Kreislauf entstehen: Unternehmen entlasten ihre Kunden, während Kosten weiterlaufen, sich stapeln. Schlussendlich können womöglich keine neuen Projekte angenommen werden, weil die Vorleistungen aufgrund fehlender freier Mittel nicht zu stemmen sind. Für Mittelständler kann das schnell existenzbedrohend werden.
Regelmäßiger Forderungsverkauf sichert Handlungsspielraum
Factoring setzt genau an diesem Punkt an. Offene Forderungen werden hierbei regelmäßig an einen Finanzierungspartner verkauft, der einen Großteil des Rechnungsbetrags sofort auszahlt. So erhalten Lieferanten innerhalb kurzer Zeit bis zu neunzig Prozent ihrer Forderungssumme. Der Rest folgt nach Zahlungseingang durch den Kunden.
Die Wirkung ist im Geschäftsalltag direkt spürbar:
- Lange Zahlungsziele können ohne Auswirkungen auf die Liquidität angeboten werden
- Freie Mittel stehen im Geschäftsalltag sofort zur Verfügung
- Ausfallrisiken gehen beim Ankauf auf den Factoring-Partner über
- Im Einkauf können Skonti genutzt und so Kosten gespart werden
Statt auf Zahlungseingänge zu warten, entsteht damit ein konstanter Cashflow. In unsicheren Zeiten ist das ein entscheidender Vorteil für Unternehmen, um durch Kundenorientierung nicht selbst in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten.
Full-Service: mehr als die reine Finanzierung
Factoring zahlt nicht nur auf die Liquidität ein. Es kann auch die Abläufe eines Lieferanten optimieren. Gerade im Full-Service-Factoring entstehen durch die Auslagerung von Debitorenmanagement, Risikoprüfung, Mahn- und Inkassowesen effizientere Prozesse. In einer Zeit konjunktureller Anspannung und steigender Insolvenzen ist Factoring damit ein strategisches Instrument für Mittelständler. Sie bewahren ihren Gestaltungsspielraum und schaffen Kapazitäten während sie Risiken aktiv begegnen können.
Von unseren Expertinnen und Experten erfahren Sie, wie Factoring Sie ganz individuell unterstützen kann. Melden Sie sich gern bei uns.
Quellen: